die Geschichte

Unsere heutige Mühle war im 14. Jahrhundert ein Kloster. Um die St. Petri – Pauli Kirche Berga existieren noch vereinzelt die Reste der Klostermauer.

Der Mühlgraben wurde damals von Mönchen ausgeschachtet, welcher die Klostermühle mit Wasser versorgt hat.

 

Im Laufe der Zeit wurde in unserer Umgebung noch weitere drei Mühlen am Mühlgraben gebaut: Mittelmühle (heutige Kunstmühle Berga), Marktmühle (ein paar Meter weiter, heute nicht mehr existent) und die Mühle Schneidewind (heute ein verfallenes Gehöft).

 

Die geschichtliche Entwicklung von Gründer und Erbauer der Kunstmühle Berga Richard Schuller ist soweit bekannt, dass er das Grundstück als Abrissgrundstück kaufte. Das heutige Gebäude wurde 1906 aus Klinkersteinen errichtet und von der Mühlenbaufirma Wetzig (Wittenberg) ausgebaut.

Ein Jahr danach wurde das erste Weizenmehl zur Bösenröder Kirmes gemahlen. Durch den schnellen Fortschritt war die Mühle eine bedeutende Neuheit.  Der Name ,,Kunstmühle‘‘ wurde nicht von irgendwo hergeleitet. Zu dieser Zeit war es eine ,,Kunst‘‘, Mehl mit Walzenstühlen zu mahlen. Da wir der erste Betrieb in unserer Umgebung waren, die diese Technik vom Schweizer Ingenieur Wegmann (1892 entwickelt) angewandt hatten, war die Begeisterung hoch.

Nach dem Tod vom Gründer Schuller übernahm Dietrich Könemann die Geschäftsleitung 1952. Acht Jahre später gab es den ersten Großumbau, die alten Walzenstühle wurde durch neue von MIAG ersetzt, ein neuer Plansichter und die Pneumatik wurden eingebaut.

In unserer Umgebung gab es zu dieser Zeit bereits 58 Mühlen. 1954 wurde Dietrich Könemann als Obermeister der Müller im Kreis Sangerhausen ausgezeichnet.

Jedoch mit der Kollektivierung der Landwirtschaft im Jahre 1960 wurden viele Mühlen in den Ruin gewirtschaftet.

Mit der Wende wurde die Kunstmühle zu einer modernen Weizenmühle umgebaut. In den folgenden drei Jahren wurden zwei große Getreidesilos auf das Mühlengrundstück gebaut. So können mehrere Tonnen Getreide über einige Zeit sicher gelagert werden, bis zur Verarbeitung.

1992 gab es nur noch, von den einst 58 Mühlen, fünf im Kreis Sangerhausen: Mühle Rudloff in Kelbra, Roßlaer Mühlenwerke, Mühle Neumann in Wallhausen, Mühle Ehrhardt in Bösenrode und unsere Mühle.

 

Durch Widerstand und starken Willen zu produzieren und zu verkaufen, konnte sich die Mühle ein sicheres Fundament erkämpfen.

Der zweite Generationswechsel fand 1994 (indirekt) statt. Dietrich Könemann übergab die Geschäftsleitung seinem Sohn, Matthias Könemann, wirkte jedoch noch mit.

 

Ende der 19er Jahre übernahmen die Großmühlen (z.B. Saale Mühle) und Großbäckereien (z.B. Klemme) den Markt. Diese Großbetriebe drängten rasch die kleinen Handwerksbetriebe an die Wand. So hatten diese starke Probleme zu existieren. Dazu ein Vergleich: 1998 gab es ca. 30 Handwerksbäckereien, 2013 ca. 10, Tendenz weiter fallend.

Somit sieht die Zukunft der Kleinsterzeuger nicht gut aus.

Wir, die Kunstmühle Berga, bemühen uns jeden Tag, damit unsere Tradition noch weitere Jahre fortgeführt werden kann.